Vergangene
Woche sassen Shumon Basar und ich mit Douglas Coupland auf dem Global
Art Forum in Dubai. Ich fragte, was der neue Trend sei. Coupland ist
sozusagen Trendexperte. In seinem Buch «Generation X» beschrieb er
Anfang der Neunzigerjahre eine Generation der Verlierer, in «Generation
A» zwanzig Jahre später das ökologische Horrorszenario einer nicht allzu
fernen Zukunft. Coupland sagte, ihm sei aufgefallen, dass nichts mehr
in oder out ist — dass diese Idee, die uns jahrzehntelang dominiert hat,
plötzlich einfach verschwunden ist.
Das ist insofern interessant, als er kürzlich eine Biografie über
Marshall McLuhan schrieb, den grossen Medientheoretiker, der weitgehend
in Vergessenheit geraten, also out schien. McLuhan war in den Sechzigern
und Siebzigern ein Star. Alle hat es damals fasziniert, wie er zu
messen versuchte, wie der Mensch auf die Medien reagiert. Diese
Entwicklung hat er in seinem Buch «Die Gutenberg-Galaxis» aufgezeigt —
von der mündlichen Stammesgesellschaft über den schriftkundigen Menschen
zurück zu einer neuen, elektronischen Stammesgesellschaft.
Das Umfeld, in dem McLuhan gearbeitet hat, war ein bisschen wie
Warhols «Factory» in New York. Umgeben von anderen Wissenschaftlern,
leitete er sein eigenes Institut. Seine Schlagworte wurden Pop: «Das
Medium ist die Botschaft» — die These, dass der Informationsträger die
grössere Auswirkung auf die Umwelt hat als der Inhalt. Oder «Das globale
Dorf», eine Prognose der digitalen Internetwelt, lange bevor es sie
gab.
Coupland schreibt seine Biografie so, wie McLuhan denkt:
fragmentarisch, scheinbar ungeordnet, aber dennoch kohärent. Er zitiert
eine Fahrtbeschreibung zu McLuhans ehemaligem Haus in Toronto und
erklärt dann dessen anatomische Merkwürdigkeit, statt einer gleich zwei
Arterien zu haben, die sein Hirn mit Blut versorgen. Es ist wie Zapping.
Beide, Coupland wie McLuhan, sind getrieben davon, die atemlose Welt,
in der sie leben, ebenso atemlos zu verstehen und zu beschreiben. Wie
McLuhan sagte: «Wenn du beginnst, die Zeit, in der du lebst zu
kritisieren, ist deine Zeit vorbei.»
Cover
Inhalt
Editorial
Kalenderblätter
Hans Ulrich Obrist
Wenn Pädagogen zu sehr wollen
In den letzten Jahren wurde am Schweizer Schulmodell rumgebastelt wie noch nie zuvor. Was hat das alles bewirkt? Respektive: Was haben die Schüler davon?In Geiselhaft
Ein britisches Ehepaar wird von somalischen Piraten entführt und über ein Jahr gefangen gehalten. Eine HorrorgeschichteWuff, wir sind debil
Warten gehört zum Hundeleben — was grausam ist, wenn man keinen Zeitbegriff hat. Ein BildessayDaniel Binswanger
Thomas Held
Michèle Roten
Max Küng
Tag im Leben
Impressum
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Wenn Pädagogen zu sehr wollen
In den letzten Jahren wurde am Schweizer Schulmodell rumgebastelt wie noch nie zuvor. Was hat das alles bewirkt? Respektive: Was haben die Schüler davon?In Geiselhaft
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Tag im Leben
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